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Theater aus Leidenschaft
Schnüffler, Sex und schöne Frauen (Phil Noir)
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Detektivkomödie im Stil des Film Noir
Spiel mit Déjà-vus

Der Privatdetektiv Phil Dick, gespielt von Christian Ramcke, ist ein kaltschnäuziger Schnüffler, ein typischer Privatdetektiv à la Philip Marlowe. Natürlich trinkt und raucht er viel und zeigt sich auch sonst wenig zimperlich. Eines Morgens taucht eine geheimnisvolle Schönheit, gespielt von Martina Riese, in Dicks Büro auf. Bei dem Versuch, ihm Lügengeschichten anzudrehen, scheitert sie jedoch an seiner Menschenkenntnis. Es dauert nicht lange, da taucht schon die erste Leiche auf. Schnüffler, Sex und schöne Frauen ist eine Detektiv-Komödie, wie aus der Schwarzen Serie (Film noir). Natürlich sind auch brutale Cops und stinkreiche Männer mit von der Partie, die alle von Christian Eldagsen dargestellt werden.
Die Suche nach dem Täter ist Nebensache. Viel wichtiger ist, wie Phil Dick die Welt betrachtet: Sehr nüchtern und immer ohne Umschweife direkt zur Sache, aber mit Verständnis für Menschen und ihre Schicksale. Er rächt nicht, er stellt fest. Er bringt vielleicht etwas Ordnung in diese Welt, aber nur um den Preis, selbst das Opfer dieser Welt zu sein. Das alles bringt einen ganz besonderen Theaterabend, an dessen Schluss die Worte fallen: „Ich will einen Drink – nur die Toten kennen die Wahrheit. Aber sie verraten sie nicht!“ In der überwältigen Atmosphäre des Kieler Kulturdenkmals erfahren Sie die Wahrheit.
Auch bei dieser Inszenierung nuzten die Akteure für die Aufführung den großzügigen Raum außerhalb des Bühnenbereiches. Dazu wurden Lichtdesign und Projektionen an die besonderen Begebenheiten des von der Kuppel überwölbten Innenraumes angepasst.

In dem bisher besten Stück des Autors Tony Dunham ist der Privatdetektiv Phil Dick (Christian Ramcke) ein kaltschnäuziger Schnüffler. Einer von der Sorte, die ihre Whiskeyflaschen im Aktenschrank verstecken und sich auch sonst wenig zimperlich zeigen. Aber auch Cop O'Balham (Michael Kulik/Christian Eldagsen) kann im Verhör recht direkt sein.

Autor: Tony Dunham
Übersetzung und deutsche Bearbeitung: Jan Bergrath
Regie: Daniela Gerasch
Dramaturgie und Co-Regie: Martina Riese
Bühnenbild: Daniela Gerasch
Spielleitung: Martina Riese
Bühnenbau: Jörn Knaack, Georg Wawerla – Studio 38
Audio- und Videobearbeitung : Tim Witzel
Tontechnik: Josephine M. L. Hamann
Licht-Design und Rückprojektion: Martin Witzel – Theater Kiel: Opernhaus
Technische Leitung: Maiken van Hoogstraaten
Bildmaterial: Bevis M. Nickel

Für die Aufführungsrechte danken wir dem Verlag deutscher
Bühnenschriftsteller und Bühnenkomponisten GmbH
Zum aktuellen Spielplan: Termine + Tickets
Kartentelefon: (0431) 69 69 968

Eines Morgens taucht bei Privatdetektiv Phil Dick eine geheimnisvolle, von Martina Riese gespielte Schönheit auf. Bei der Suche nach einem wichtigen Gegenstand werden beide von gierigen Gangstern verfolgt. Treffende Dialoge und überstürzende Ereignisse – beim Spiel ist die volle Konzentrationsfähigkeit der Akteure gefordert.
Fotos: Bevis M. Nickel


Darsteller und Regie

Christian Ramcke steht seit seinem vierzehnten Lebensjahr auf der Bühne und hat seine Ausbildung an der Kieler Schauspielschule mit dem staatlich anerkannten Abschluss absolviert. Nach einigen Rollen im Schauspielhaus des Theater Kiel trat Christian Ramcke in verschiedenen Gastrollen im Kieler Werftparktheater und im Polnischen Theater Kiel auf. Neben einer Tanz- und Gesangsausbildung, verhalf ihm das Camera Acting 2007 und 2008 zu Rollen in mehreren Kurzfilmen.
Seit 2008 ist Christian Ramcke vom Lore & Lay Theater engagiert. Nach dem Neurotiker Allen Felix in Spiel's nochmal, Sam, von Woody Allen, übernahm er in der Krimikomödie Mörderkarussell die Rolle eines findigen und begehrenswerten Liebhabers und in Schnüffler, Sex und schöne Frauen spielte er in der Hauptrolle den Privatdetektiv Phil Dick. Auch in den Inszenierungen Männergespräche und Nest für einen Star, ist Christian Ramcke dabei.
www.christian-ramcke.de

"Nachdem ich bereits in zwei Produktionen im Wasserturm auf der Bühne stand, freue ich mich, den Privatdetektiv Phil Dick zu spielen", sagt Christian Ramcke. Wir wollen mit dem Stück nicht die Welt verändern, den erhobenen Zeigefinger gebe es nicht. Das Stück sei heiter, spielerisch und spannend.

Der studierte Kunstpädagoge Michael Kulik hat nach seinem Abschluss an der Schau- spielschule Hamburg in vielen Theaterstücken an öffentlichen und privaten Bühnen in ganz Deutschland abwechslungsreiche Rollen gespielt, in Fernsehproduktionen mitgewirkt und unter anderem bei Arte und Studio Hamburg als Sprecher gearbeitet. Neben seiner Tätigkeit als Schauspieldozent in Hamburg, freut sich Michael Kulik nach Zwei wie Bonnie und Clyde und Der letzte der feurigen Liebhaber, Spiels nochmal Sam, Loriot und Schnüffler, Sex und schöne Frauen, jetzt mit Frühstück bei Kellermanns auf seine sechste Rolle in einer der Produktionen des Lore & Lay Theaters.

Eigentlich wollte ich nur in einem Stück des Lore & Lay Theaters auftreten. Doch die produktive Athmosphäre in dieser aussergewöhnlichen Spielstätte und das treue Publikum halten mich hier fest.

Mit Schwerpunkt auf Rollenarbeit nach Strassberg und Stanislawski, absolvierte Christian Eldagsen 1999 die Schauspielklasse Christian Rangenau. Davor gehörte er längere Zeit der Theatergruppe Teatroya Newroz in Hamburg an und spielte beim Tourneetheater Wilhelm Lohner, um 2004 an die Freilichtbühne in Lübeck zu wechseln. Danach wurde Christian Eldagsen für mehrere Stücke von der Hamburger Kulturbühne Bugenhagen engagiert. Unter der Regie von Yves Jansen und Meike Harten entstanden dort erfolgreiche Produktionen.
Von 2007 an fest beim Theater Mignon in Hamburg, spielte er in verschieden Inszenie- rungen und steht zur Zeit als Hauptmann aus Büchners Woyzeck beim Theater Lauenburg auf der Bühne. Seine Kameraerfahrung sammelte Christian Eldagsen in der durchgehenden Rolle des Hausmeisters Markusen in der Serie Cafe Deutsch.

"In meiner ersten Produktion am Lore & Lay Theater bin ich gleich mit drei Rollen besetzt worden, wie sie in ihren jeweiligen Charaktären nicht gegensätzlicher sein können", sagt Christian Eldagsen. „Man kann sich in jede der Rollen richtig hineinbegeben. Es sind, auch äußerlich, klar getrennte Typen, die ich spiele.“

Mit der Regiearbeit in der Detektivkomödie Schnüffler, Sex und schöne Frauen, ist Daniela Gerasch seit 2008 mit ihrer dritten Inszenierung am Lore & Lay Theater als Regisseurin beauftragt. Nach dem Studium der Kultur- und Theaterwissenschaften in Berlin, hat Daniela Gerasch in Leipzig Dramaturgie studiert und im Schauspielhaus Leipzig sowie im Schauspiel Bonn mehrere Theaterprojekte in den Bereichen Musik und Schauspiel erfolgreich abgeschlossen.
Als Gründungsmitglied der freien Theaterbühne Theater FACT in Leipzig, konnte Daniela Gerasch von 1997 an maßgeblich an der Entwicklung der dortigen Theaterszene mitwir- ken. Auch heute noch ist Daniela am Theater FACT zeitweilig als Dramaturgin tätig.

"In Schnüffler, Sex und schöne Frauen setzen wir kräftige Akzente und zitieren mit genre- übergreifenden Ausstattungsdetails große Vor- bilder", sagt Regisseurin Daniela Gerasch. Wie im Film noir, arbeitet auch das Stück vor- wiegend mit Rückblenden. "Damit haben wir uns ein wenig über die Grenzen des Theaters hinausgewagt"


Die Presse schreibt dazu:
Zeitsprünge eines privaten Schnüfflers

Kiel – Er raucht zu viel und er trinkt noch mehr, er philosophiert übers Leben und die Toten und ist obendrein ein kaltschnäuziger Schnüffler: Privatdetektiv Phil Dick. Mit der Detektiv-Komödie Schnüffler, Sex und schöne Frauen wagt sich das Lore & Lay Theater am Wasserturm über die Grenzen des üblichen Theaters hinaus. „Es ist ein Experiment. Ich hoffe, ein gelungenes“, sagt Regisseurin Daniela Gerasch über das Stück auf der Textvorlage von Tony Dunham, mit dem sie Elemente der Schwarzen Serie, des Film noir, spielerisch aufnehmen und befragen will. Die Linearität soll aufgebrochen, Zeitsprünge und Rückblenden sollen eingebunden werden. Hauptdarsteller Christian Ramcke übernimmt den reflexiven Part, wirft als Detektiv mit guter Menschenkenntnis nüchtern einen Blick aufs Geschehen, auf Menschen und ihre Schicksale.
Die besondere Herausforderung der Inszenierung liegt in pointierten Spiel mit Klischees. „Gib dem Affen Zucker“, sagt Gerasch und muss im Voraus über die überspitzten, klassischen Charaktere lachen: Eine namenlose schöne Frau, gespielt von Martina Riese, stinkreiche Männer ebenso wie brutale Cops. Christian Eldagsen, neu im Team, darf changierend gleich drei Rollen spielen: „Man kann sich in jede der Rollen richtig hineinbegeben, es sind, auch äußerlich, klar getrennte Typen, die ich spiele.“ Im knappsten Fall bleiben ihm drei Minuten, um die Kleidung zu wechseln. „Übungssache“, sagt der Mann mit drei Gesichtern, der einen Theaterabend der skurrilen Begegnungen erwartet. „Es gibt keinen moralischen Zeigefinger, wir wollen nicht belehren“, ergänzt Ramcke. Nicht belehren, aber den Film noir dann doch ein wenig auf die Schippe nehmen wollen sie. Unterhaltsam, heiter und spannend soll der Abend werden, an dem der Privatdetektiv fast das letzte Wort behält: „Ich will eine Drink – nur die Toten kennen die Wahrheit. Aber sie verraten sie nicht.“

Von Anne Spielmeyer, Kieler Nachrichten vom 30.04.2010.

Heikle Situation: (von links) Martina Riese, Christian Eldagsen und Christian Ramcke vom Lore & Lay Theater. Foto: Bevis M. Nickel

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Spiel mit den Klischees

Kiel – Mit einem tiefen Griff in die Klischeekiste zieht das Lore & Lay Theater mit Tony Dunhams Schnüffler, Sex und Schöne Frauen [...] das Detektiv-Genre mächtig durch den Kakau. Ganz im Stil des Film noir – ermittelt Privatdetektiv Phil Dick (Christian Ramcke) im Wasserturm. Die Ähnlichkeit zum Klassiker Philipp Marlowe ist nicht zu verhehlen und geht weit über den Vornamen hinaus. Natürlich raucht er viel und greift auch oft zum Glas mit hochprozentigem. Seine Sprüche sind markig, und Zimperlichkeit ist ein Fremdwort für ihn.
Um dem Klischee endgültig gerecht zu werden, taucht am Morgen eine schöne Frau (Martina Riese) in seinem Büro auf. Mit ihren Lügengeschichten scheitert sie schnell an Dicks Menschenkenntnis. Auch die erste Leiche lässt nicht lange auf sich warten, und natürlich spielen brutale Cops und stinkreiche Männer ihre Rollen. Ihnen wird von dem Hamburger Schauspieler Christian Eldagsen, der für diese Produktion zusätzlich enga- giert wurde, Leben eingehaucht.
"Es ist das Spiel mit den Klischees, da kann man einfach aus dem Vollen schöpfen", sagt Regisseurin Daniela Gerasch. Das hätte sich immer wieder bei den Proben gezeigt. Ganz nach dem Motto gib dem Affen Zucker und eins geht immer noch, hätte sich die Komödie entwickelt, die den Theaterbesucher zwei Stunden in die Welt der 40er- und 50er- Jahre entführt. Die Handlung sei am Ende gar nicht mehr so wichtig , sie umfasse in der Ge- genwart nur einen einzigen Tag, an dessen Ende der Satz "Ich will einen Drink – die Wahrheit kennen nur die Toten" fällt.
Wie im Film noir, arbeitet auch das Stück vorwiegend mit Rückblenden. "Damit haben wir uns ein wenig über die Grenzen des Theaters hinausgewagt", sagt Gerasch. Denn eigentlich sei doch der Erzähler im Theater eine Unperson. Phil Dick übernimmt diese Rolle und ist Vermittler zwischen den Zeitebenen. Immer wieder kommt er ohne Umschweife zur Sache. Betrachtet die Welt zwar hochprozentig, aber nüchtern
– zeigt dabei Verständnis für die Menschen und ihre Schicksale. Um dem Genre gerecht zu werden, bringt er zwar Ordnung in die Welt, ist aber auch ihr Opfer. Er rächt nicht, er stellt fest.
"Wir wollen mit dem Stück nicht die Welt verändern, sondern einfach gut unterhalten", erklärt Ramcke. Das Philosophieren sei dabei Dick überlassen. Den erhobenen Zeigefinger gebe es nicht. Das Stück sei heiter, spielerisch und spannend. Und
– das fügt er nicht ohne ein schelmisches Lachen hinzu – "natürlich einfach gut".

Von Sven Jansen, Kieler Express vom 05.05.2010.

Die schöne Frau (Martina Riese) gehört blond, langbeinig und mit dem gewissen Augenaufschlag ebenso zum Klischee wie der paffende und trinkende Privatdetektiv Phil Dick (Christian Ramcke) oder der brutale Cop (Christian Eldagsen). Foto: Maiken van Hoogstraaten

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