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Theater aus Leidenschaft
Shirley Valentine
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Erfolgsmonolog
Die heilige Johanna der Einbauküche

„Wenn die Kinder aus dem Haus sind, verlasse ich ihn.“ Das hat Shirley oft gedacht; doch immer noch tut sie, was ihr Mann will: So serviert sie ihm zum Beispiel pünktlich sein Essen, sobald er den Fuß über die Schwelle setzt. So beginnt mit Shirley Valentine nach Traumfrau verzweifelt gesucht die zweite Inszenierung in der englischen Autorenreihe des Kieler Lore & Lay Theaters.
„Was nur ist aus der sonst so mutigen und fröhlichen Shirley Valentine geworden?“, grübelt sie nun in ihrer altvertrauten Küche. Und während sie Bilanz zieht über eine Vergangenheit voller Demütigungen und Standhaftigkeiten, voller stolzer Gefühle und enttäuschender Momente, fasst sie den Entschluss, das Angebot ihrer Freundin Jane anzunehmen und mit ihr 14 Tage Urlaub zu machen: in Griechenland, wo Sie mit ganz unerwarteten Entwicklungen und Überraschungen konfrontiert wird.
Bleibt zu hoffen, dass sie es schafft, die sich ihr bietenden Chancen zu nutzen und sich das Leben wieder lebenswert zu machen. "In diesem Stück geht es gar nicht so sehr um die klischeehafte Auseinandersetzung zwischen Mann und Frau, es sind vor allem Umstände, die Menschen generell betreffen", sagt Regisseur Heinz Koch.
Den Besucher dieser psychologisch tiefgründigen und gleichzeitig lebendigen, sowie heiteren Erfolgskomödie jedenfalls, erwartet ein höchst amüsanter Abend mit einem der unterhaltsamsten, witzigsten und nicht zuletzt optimistischsten Stücke seiner Art.

Autor: Willy Russell
Übersetzung und deutsche Bearbeitung: Angela Kingsford-Röhl
Regie: Heinz Koch und Claudia Riese – Theater Neu-Ulm
Dramaturgie und Spielleitung: Tatiana Woitzik
Bühnenausstattung und Kostüme: Claudia Riese
Bühnenbild: Rainer Kühn – Theater Kiel: Opernhaus
Bühnenbau: Jörn Knaack
Soundengeneering/Hemisphärenakustik: Jörn Knaack
Technische Leitung und Licht-Design: Maiken van Hoogstraaten
Bildmaterial: Bevis M. Nickel, Maiken van Hoogstraaten

Für die Aufführungsrechte danken wir der Litag Theaterverlag GmbH

Um dem alltäglichen Trott und der schwer aushaltbaren Enge ihrer selbstgebastelten Lebenssituatuion zu ent- rinnen, will Shirley zu einem Neubeginn durchstarten.
Foto: Bevis M. Nickel


Von Penicillin und Freud, über New York, München und Bahrein, bis zur Animierdame und Sex im Supermarkt. Zwei Stunden kurzweilige und anspruchsvolle Unterhaltung zeigen, dass wir nie das tun was wir wollen, sondern das, was wir müssen. Aber wir tun so, als wäre es das, was wir wollen. Martina Riese in der Rolle der Shirley Valentine während eines Auftritts auf der Bühne des Wasserturms. Die Regie ist unerbittlich, es wird solange geprobt, bis jede Szene nahezu perfekt umgesetzt ist. Die Bilder ganz links zeigen Martina Riese im Gespräch mit dem Regisseur und bei der Aneignung der publikumsgerechten Schältechnik.
Fotos: Bevis M. Nickel und Maiken van Hoogstraaten


Die Presse schreibt dazu:
Das leise Glimmen in der Asche

Theater im Wasserturm: erfolgreiche Premiere des Stückes "Schirley Valentine". Kiel – "Wann hat es aufgehört gut zu sein?" Shirley Bradshaw, geborene Valentine, weiß es nicht mehr, wann aus ihrem Ehemann Joe, ein nörgelnder "er" geworden ist, wann ihre bunten Jugendträume den Bach runtergingen, wann aus der Shirley von einst das Häufchen Elend geworden ist, das Tag für Tag in der Küche hockt, Wein trinkt, Essen für "ihn" kocht und dabei der Küchenwand (und den Zuschauern) von ihrem verkorksten Leben erzählt.
Warum diese Frau trotzdem eine Heldin ihres Geschlechts ist, beschreibt auf höchst amüsante Weise das weltweit erfolgreiche Einpersonenstück Shirley Valentine oder Die heilige Johanna der Einbauküche aus der Feder des englischen Dramatikers Willy Russell, das in der Inszenierung des Lore & Lay Theaters im Trafohaus am Wasserturm Ravensberg eine erfolgreiche Premiere feierte. Die Weinflasche halb leer, die Kartoffel halb geschält, das leben halb gelebt und nun... Stillstand. Ein Küchentisch und einige Requisiten reichen aus, um die Welt von Shirley Valentine zu beschreiben. Eine Welt, die trostloser kaum sein könnte, aus der es aber doch ein Entkommen gibt.
Der Au(s)fbruch kommt in Form einer Urlaubsreise. Denn trotz innerer Widerstände begleitet Shirley ihre Freundin Jane nach Griechenland. Jane macht sich dort zwar sofort mit einem Kerl aus dem Staub, und Shirley redet statt der Küchenwand jetzt mit einem Stein, doch sie ist in Griechenland. Zwei Wochen Sonne, Strand und Freiheit, sowie das Abenteuer mit einem Mann namens Costas verwandeln Shirley in die selbstbewußte, lebenslustige Frau, die sie einmal war.
Martina Riese ist diese Shirley Valentine. Unter der überwiegend konzentrierten, und nur in einigen Ausnahmefällen etwas plakativen Regie von Heinz Koch (Leiter des Stadttheaters Neu-Ulm) und Claudia Riese (die Schwester der Schauspielerin) bewältigt sie diesen Monolog auf bravouröse Weise. Ihr meist ökonomisches Spiel vermittelt den Frust, die Verletzung und tiefe Enttäuschung der Shirley Valentine ebenso wie das leise Glimmen in der Asche, die letzten, unzerstörten Reste der Träume und Hoffnungen von früher. Die Schauspielerin zeigt eine Frau, die trotz ihrer niederschmetternden Lebensbilanz weit mehr ist, als eine genervte Mutter zweier erwachsener Kinder und desillusionierte Ehefrau.
Von Beginn an entwickelt das Einpersonenstück daraus seine psychologische Spannung und natürlich viel Humor. Da macht es nichts, dass das 1983 geschriebene und 1989 verfilmte Werk insbesondere bezüglich des Rollenverhältnisses zwischen Mann und Frau durch und durch ein Kind seiner Zeit ist. Wenn also die Kenntnisse des Mannes von Haushaltsgeräten und weiblicher Anatomie in der heutigen Single-Gesellschaft auch einige Fortschritte gemacht haben dürften, bleibt Shirley Valentine eines der unterhaltsamsten, witzigsten und nicht zuletzt optimistischsten Stücke seiner Art.

Von Thomas Richter, Kieler Nachrichten vom 04.09.2006.

Wasserturm-Eigentümer Johannes Dinnebier und Regis- seur Heinz Koch (rechts), schmieden nach der gelun- genen Premiere von Shirley Valentine neue, gemeinsame Pläne. Foto: Maiken van Hoogstraaten

Heldin der Einbauküche

Kiel – ihre beiden Kinder sind aus dem Haus, ihre Ehe gleicht einem Dienstleistungsverhältnis, ihr einziger Zuhörer ist die Küchenwand. Doch Shirleys Leben ändert sich, als eine Freundin sie zu einer Griechenlandreise einlädt. Ab Freitag ist Martina Riese im Trafohaus am Wasserturm Ravensberg in Willy Russells erfolgreicher Komödie Shirley Valentine oder die heilige Johanna der Einbauküche zu sehen. Es ist die erste Produktion des Lore & Lay Theaters in der neuen Spielzeit, und sie ist in Kooperation mit dem Stadttheater Neu-Ulm entstanden.
Wie schon bei der Vorjahresproduktion Traumfrau verzweifelt gesucht haben dessen Leiter Heinz Koch und Riese-Schwester Claudia die Regie übernommen und konnten auf frühere Erfahrungen zurückgreifen – haben sie doch vor zwölf Jahren das 1983 als Westend-Musical geschriebene und 1989 erfolgreich von Lewis Gilbert verfilmte Stück schon einmal inszeniert. "Es eignet sich hervorragend für eine Darstellerin und für die Studio- atmosphäre des Trafohauses. Hier ist der Zuschauer unmittelbar dran, hier entgeht ihm nichts", sagt Heinz Koch.
Und das sollte es auch nicht. Denn Shirley zieht Bilanz einer Vergangenheit voller Demütigungen und Standhaftigkeiten, stolzer Gefühle und enttäuschter Momente. Ihren Mann zu verlassen – daran hat sie häufig gedacht, aber es nie getan. Stattdessen quält sie sich beim Kartoffelschälen mit Sinnfragen, trinkt dabei, ist zutiefst frustriert.
Doch trotz der ernsthaften Problematik, mit der sich viele Frauen auseinandersetzen müssen, wenn die Kinder aus dem Haus sind und die Ehe nicht mehr funktioniert, ist Shirley Valentine eine lebendige, heitere Komödie. "Es geht zwar um die Bewältigung einer Krise, um die Frage nach der eigenen Identität und die Suche nach Lebensalternativen, aber das Thema ist mit genügend Humor aufbereitet.
Wer in einer ähnlichen Situation sein sollte, kann das mit einem Lachen erkennen", sagt Koch. Und schließlich finde Shirley auch eine intelligente Lösung – für sich und für ihren Mann.
Der Autor Willy Russell wurde 1947 in der Nähe von Liverpool geboren. Mit 15 Jahren verließ er die Schule, arbeitete als Friseur und Sockenverkäufer, zog als Folksänger umher und setzte erst mit 20 Jahren die Schule fort. Später schrieb er mehrere humorvolle Bühnenstücke. Shirley Valentine gehört mit Educating Rita (Rita will es endlich wissen) zu seinen erfolgreichsten Komödien – beide Drehbücher wurden für einen Oscar nominiert. [...]

Von Thomas Eisenkrätzer, Kieler Nachrichten, 30.08.2006.

"Martina Riese auf der Suche nach einer Lösung in einem der unterhaltsamsten, witzigsten und nicht zuletzt optimistischsten Stücke seiner Art", schreibt die Kieler Nachrichten. Foto: Foto: Bevis M. Nickel

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